Wenn Du Symphysenschmerzen hattest und Dich jetzt fragst, ob Du Dir ein zweites Kind wirklich zumuten kannst, oder solltest: Diese Frage habe ich mir auch gestellt, und zwar nicht nur einmal in Ruhe, sondern in ziemlich unterschiedlichen Gemütszuständen, mit ziemlich unterschiedlichen Antworten.
Der Moment, in dem ich dachte: nie wieder
Ich hatte einige impulsive Momente, in denen ich gesagt habe, dass ich nicht nochmal schwanger werden möchte, und dann meinetwegen ein Einzelkind habe. Dabei hatte ich mir eigentlich immer eine kinderreiche Familie gewünscht. Aber in den Momenten, in denen die Schmerzen besonders schlimm waren, war davon nichts mehr übrig, da wollte ich einfach nur, dass es aufhört, und die Vorstellung, das nochmal freiwillig auf mich zu nehmen, erschien mir absurd.
Wie ich trotzdem wieder zu meinem Kinderwunsch zurückgefunden habe
In den Momenten, in denen ich das Ganze objektiver betrachten konnte, kam ich zu einem anderen Schluss. Nicht "nie wieder", sondern: einen etwas größeren Geschwisterabstand einhalten, als ich ursprünglich geplant hatte. Damit mein Körper mehr Zeit hat, sich zu regenerieren, und bestmöglich vorbereitet in eine nächste Schwangerschaft geht. Und auch, weil mir klar wurde, dass Schwangerschaftsbeschwerden plus ein sehr kleines Kind im Alltag nochmal eine ganz andere Herausforderung sind, als Beschwerden allein.
Diese zusätzliche Zeit wollte ich aber nicht einfach nur abwarten, sondern nutzen. Also habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen, was man vor einer Schwangerschaft eigentlich konkret tun kann, und daraus ist am Ende mein eigener Trainingsplan entstanden, den ich mit meiner Physiotherapeutin abgestimmt habe. Mit der richtigen Vorbereitung und diesem Plan bin ich inzwischen zuversichtlich, dass mein Körper in einer zweiten Schwangerschaft besser damit umgehen kann. Eine Garantie dafür habe ich natürlich nicht, meine erste Schwangerschaft habe ich schließlich ganz ohne gezielte Vorbereitung erlebt. Aber der Unterschied zwischen "ich mache gar nichts und hoffe" und "ich bereite mich gezielt vor" ist für mich Grund genug für diese Zuversicht.
Warum bei mir aktuell keine Angst mehr hochkommt
Bei mir kommt aktuell keine Angst hoch, dass es nochmal so schlimm werden könnte wie beim ersten Mal. Nicht, weil ich mir sicher bin, dass es nicht wieder passiert, sondern weil ich jetzt weiß, was ich tun kann, um das Risiko zu verringern, und mir bewusst die Zeit dafür nehme. Und selbst wenn es doch wieder so kommt: Dann bin ich in der Zeit eben wieder mehr auf die Hilfe von meinem Mann und meinem Umfeld angewiesen. Die Schmerzen sind wirklich sehr unangenehm, das will ich gar nicht kleinreden, aber ich habe die erste Schwangerschaft ja auch irgendwie überstanden.
Was ich einer Frau in genau dieser Situation sagen würde
Geh Deinem Kinderwunsch nach. Aber nicht sofort und überstürzt, sondern nimm Dir die Zeit, die Dein Körper braucht, um sich zu erholen, und die Du brauchst, um Dich gezielt vorzubereiten. Der Unterschied zwischen "ich werde einfach wieder schwanger und hoffe das Beste" und "ich gebe meinem Körper Zeit und bereite ihn gezielt vor" ist aus meiner Sicht genau der Punkt, an dem sich Angst in etwas Handhabbares verwandeln kann.
Die Vorbereitung, auf die ich mich verlasse
»Beckenfit vor Baby Nr. 2« ist der 8-Wochen-Trainingsplan, den ich mir für genau diese Übergangszeit zusammengestellt habe. Für Beckenboden, Rumpf und Hüfte, 15–25 Minuten, 3× pro Woche.
Beckenfit-Guide ansehenWann Du zusätzlich professionelle Unterstützung suchen solltest
Ob eine erneute Schwangerschaft in Deinem individuellen Fall medizinisch unbedenklich ist, kann und darf Dir kein Artikel im Internet beantworten. Sprich das aktiv mit Deiner Frauenärztin, Deinem Frauenarzt oder Deiner Hebamme an, besonders wenn bei Dir zusätzliche gesundheitliche Fragen im Raum stehen.