Wenn Du gerade überlegst, wann der richtige Zeitpunkt ist, um mit gezieltem Beckenboden- und Rumpftraining vor einer erneuten Schwangerschaft anzufangen: Ich stecke aktuell selbst mitten in dieser Überlegung. Ich schreibe hier also nicht aus der Rückschau, sondern aus der Planung heraus, so ehrlich wie möglich, auch da, wo ich selbst noch keine fertige Antwort habe.

Warum ich nicht direkt nach der Geburt loslegen will

Der naheliegende Gedanke wäre, so schnell wie möglich wieder aktiv zu werden, schließlich will ich ja möglichst gut auf eine nächste Schwangerschaft vorbereitet sein. Aber direkt nach der Geburt loszulegen, halte ich für keine gute Idee. In den ersten Wochen passiert im Körper sehr viel Rückbildung ganz von selbst, ohne dass man dafür irgendwelche Übungen machen muss. Damit das passieren kann, braucht der Körper aber vor allem Ruhe. Wenn ich zu früh mit intensivem Training anfange, arbeite ich diesem natürlichen Prozess eher entgegen, als ihn zu unterstützen.

Mein Plan: erst die Rückbildung, dann die Physiotherapeutin fragen

Meine aktuelle Priorität ist erstmal, den Rückbildungskurs abzuschließen und meinem Körper Zeit zu geben. Ich bin jetzt gut zehn Wochen nach der Geburt und habe noch Beschwerden: Schmerzen im Becken beim Spazierengehen und bei einbeinigen Übungen, dazu einen starken Druck nach unten bei etwas längeren Spaziergängen. Demnächst habe ich deshalb einen Termin in einem Beckenboden-Zentrum, und mit einer Beckenboden-Physiotherapeutin bespreche ich dann, ab wann das gezielte Training vor einer zweiten Schwangerschaft für mich sinnvoll ist. Einen festen Starttermin habe ich mir bewusst gespart. Das ist für mich der Sicherheitscheck, bevor ich mit intensiverem Training starte.

Warum mir ein kurzer Abstand zwischen den Kindern nicht mehr wichtig ist

Vor der Geburt hatte ich mir ehrlich gesagt einen möglichst geringen Abstand zwischen den Kindern vorgestellt. Das sehe ich inzwischen anders, weil ich erlebt habe, welche körperlichen Folgen eine Geburt haben kann. Mir ist jetzt wichtiger, dass sich mein Körper erst komplett regeneriert, bevor er die nächste Belastung einer Schwangerschaft tragen soll, und wie lange das dauert, lässt sich vorher schlecht planen. Abkürzen geht hier wahrscheinlich nach hinten los: Nach dem Wochenbett wollte ich schon einmal zu schnell zu viel, und meine Beschwerden wurden dadurch erst einmal wieder schlechter.

Wie ich mir das mit Baby realistisch vorstelle

Aktuell gehe ich optimistisch davon aus, dass ich mir mehrmals pro Woche ein bis zwei Stunden Zeit fürs Training nehmen kann, während mein Mann in der Zeit das Baby übernimmt. Dabei geht es mir um zwei Dinge gleichzeitig: um die spezifische Vorbereitung auf eine zweite Schwangerschaft und ganz allgemein um Fitness und einen Ausgleich zum Alltag mit Kind. Ob sich das dann wirklich so umsetzen lässt, wie ich es mir jetzt vorstelle, wird sich zeigen. Sobald ich da bin, werde ich hier ein Update schreiben.

Was für Dich der richtige Zeitpunkt sein kann

Es gibt keinen pauschal richtigen Zeitpunkt, der für jede Frau gleich gilt. Wie lange die Rückbildung dauert, wie sich Dein Körper nach der Geburt anfühlt und ob eventuell noch Beschwerden bestehen, ist individuell sehr unterschiedlich. Was sich aber verallgemeinern lässt: Vor einem intensiveren, gezielten Training ist es sinnvoll, die Rückbildungsphase erst abzuschließen und im Zweifel eine Physiotherapie zurate zu ziehen. Eine feste Wochenzahl trägt diese Entscheidung nicht.

Ein Plan für genau diese Vorbereitungsphase

»Beckenfit vor Baby Nr. 2« ist auf 8 Wochen angelegt und setzt eine abgeschlossene Rückbildung voraus, im Buch mit etwa vier Monaten nach der Geburt als grober Orientierung. 3 Einheiten pro Woche à 12–25 Minuten, dazu eine tägliche Beckenboden-Basis von 5 Minuten und ein Ausblick auf die Zeit ab Woche 9.

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Häufige Fragen

Sollte ich direkt nach der Geburt mit gezieltem Beckenboden-Training starten?

Nein. In den ersten Wochen passiert im Körper sehr viel Rückbildung von allein, dafür braucht er vor allem Ruhe. Zu frühes, intensives Training arbeitet diesem natürlichen Prozess eher entgegen.

Wann ist ein guter Zeitpunkt für den Start des gezielten Trainings vor einer zweiten Schwangerschaft?

Nach abgeschlossener Rückbildung und wenn keine Beschwerden mehr bestehen. Ein festes Datum gibt es dafür nicht, im Zweifel hilft ein Check bei einer Beckenboden-Physiotherapeutin.

Gibt es einen pauschal richtigen Zeitpunkt für alle Frauen?

Nein. Wie lange die Rückbildung dauert und ob noch Beschwerden bestehen, ist individuell sehr unterschiedlich. Verallgemeinern lässt sich aber: Vor intensiverem Training sollte die Rückbildungsphase erst abgeschlossen sein.

Wann sollte ich vor dem Trainingsstart professionelle Unterstützung suchen?

Wenn nach der Geburt noch Beschwerden im Becken- oder Symphysenbereich bestehen, oder unklar ist, wann Du starten kannst, sprich mit einer Physiotherapie oder Deiner Frauenärztin bzw. Deinem Frauenarzt, bevor Du beginnst.

Wann Du zusätzlich professionelle Unterstützung suchen solltest

Bestehen nach der Geburt noch Beschwerden im Becken- oder Symphysenbereich, oder ist unklar, ob und wann Du mit gezieltem Training beginnen kannst, kann weder ein Artikel noch ein Trainingsplan die individuelle Einschätzung ersetzen. Sprich in diesem Fall mit einer Physiotherapie oder Deiner Frauenärztin bzw. Deinem Frauenarzt, bevor Du startest.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel stellt keine medizinische Diagnose oder Behandlung dar und ersetzt keine individuelle physiotherapeutische oder ärztliche Beratung. Bei bestehenden oder unklaren Beschwerden sprich vorab mit einer Physiotherapie oder Deiner Frauenärztin/Deinem Frauenarzt.