Wenn Du gerade überlegst, wann der richtige Zeitpunkt ist, um mit gezieltem Beckenboden- und Rumpftraining vor einer erneuten Schwangerschaft anzufangen: Ich stecke aktuell selbst mitten in dieser Überlegung. Ich schreibe hier also nicht aus der Rückschau, sondern aus der Planung heraus, so ehrlich wie möglich, inklusive der Widersprüche, die dabei in meinem Kopf herumschwirren.

Warum ich nicht direkt nach der Geburt loslegen will

Der naheliegende Gedanke wäre, so schnell wie möglich wieder aktiv zu werden, schließlich will ich ja möglichst gut auf eine nächste Schwangerschaft vorbereitet sein. Aber direkt nach der Geburt loszulegen, halte ich für keine gute Idee. In den ersten Wochen passiert im Körper sehr viel Rückbildung ganz von selbst, ohne dass man dafür irgendwelche Übungen machen muss. Damit das passieren kann, braucht der Körper aber vor allem Ruhe. Wenn ich zu früh mit intensivem Training anfange, arbeite ich diesem natürlichen Prozess eher entgegen, als ihn zu unterstützen.

Mein Plan: nach dem Rückbildungskurs, mit Bauchgefühl-Check

Meine aktuelle Priorität nach der Geburt ist erstmal, den Rückbildungskurs erfolgreich abzuschließen. Danach, also ungefähr vier Monate nach der Geburt, will ich mit dem gezielten Training vor einer möglichen zweiten Schwangerschaft anfangen. Vielleicht lasse ich mich vorher nochmal von einer Beckenboden-Physiotherapeutin durchchecken, falls mir mein Bauchgefühl sagt, dass ich noch nicht so weit bin, oder falls ich noch Beschwerden habe. Das ist für mich der Sicherheitscheck, bevor ich mit intensiverem Training starte.

Der Konflikt: kurzer Abstand zwischen den Kindern vs. dem Körper Zeit geben

Ehrlich gesagt klingen vier Monate für mich aktuell ziemlich lang. Ich wünsche mir eigentlich einen geringen Abstand zwischen den Kindern. Gleichzeitig weiß ich, wie wichtig es ist, dem Körper die nötige Zeit zu geben, um sich nach der Geburt komplett zu regenerieren, bevor er die nächste Belastung einer Schwangerschaft tragen soll. Das ist genau der Zwiespalt, in dem ich gerade stecke: der Wunsch nach wenig Wartezeit auf der einen Seite, und das Wissen, dass Abkürzen hier wahrscheinlich nach hinten losgeht, auf der anderen.

Wie ich mir das mit Baby realistisch vorstelle

Aktuell gehe ich optimistisch davon aus, dass ich mir mehrmals pro Woche ein bis zwei Stunden Zeit fürs Training nehmen kann, während mein Mann in der Zeit das Baby übernimmt. Dabei geht es mir nicht nur um die spezifische Vorbereitung auf eine zweite Schwangerschaft, sondern auch um allgemeine Fitness und einen Ausgleich zum Alltag mit Kind. Ob sich das dann wirklich so umsetzen lässt, wie ich es mir jetzt vorstelle, wird sich zeigen. Sobald ich da bin, werde ich hier ein Update schreiben.

Was für Dich der richtige Zeitpunkt sein kann

Es gibt keinen pauschal richtigen Zeitpunkt, der für jede Frau gleich gilt. Wie lange die Rückbildung dauert, wie sich Dein Körper nach der Geburt anfühlt und ob eventuell noch Beschwerden bestehen, ist individuell sehr unterschiedlich. Was sich aber verallgemeinern lässt: Vor einem intensiveren, gezielten Training ist es sinnvoll, die Rückbildungsphase erst abzuschließen und im Zweifel eine Physiotherapie zurate zu ziehen, statt sich an einer festen Wochenzahl zu orientieren.

Ein Plan für genau diese Vorbereitungsphase

»Beckenfit vor Baby Nr. 2« ist der 8-Wochen-Trainingsplan, den ich für genau den Zeitpunkt entwickelt habe, an dem Rückbildung abgeschlossen ist und Du gezielt an Becken- und Rumpfstabilität arbeiten willst. Für Beckenboden, Rumpf und Hüfte, 15–25 Minuten, 3× pro Woche.

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Wann Du zusätzlich professionelle Unterstützung suchen solltest

Bestehen nach der Geburt noch Beschwerden im Becken- oder Symphysenbereich, oder ist unklar, ob und wann Du mit gezieltem Training beginnen kannst, ersetzt kein Artikel und kein Trainingsplan die individuelle Einschätzung. Sprich in diesem Fall mit einer Physiotherapie oder Deiner Frauenärztin bzw. Deinem Frauenarzt, bevor Du startest.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel stellt keine medizinische Diagnose oder Behandlung dar und ersetzt keine individuelle physiotherapeutische oder ärztliche Beratung. Bei bestehenden oder unklaren Beschwerden sprich vorab mit einer Physiotherapie oder Deiner Frauenärztin/Deinem Frauenarzt.