59,49 € habe ich im Monat für acht verschiedene Präparate ausgegeben, bevor ich schwanger wurde, und wenn ich ehrlich bin, ließ sich davon nur ein kleiner Teil wirklich mit einer offiziellen Empfehlung begründen.

Meine tatsächliche Summe: 59,49 € im Monat

Ich habe während der acht Monate vor meiner Schwangerschaft acht verschiedene Präparate genommen, und weil ich ohnehin schon alles für die Laborwerte notiert hatte, habe ich auch die Preise mitgeschrieben. Am Ende stand eine Summe von 59,49 € im Monat, und das, obwohl ich eigentlich dachte, ich würde eher sparsam einkaufen. Über die acht Monate gerechnet sind daraus rund 476 € geworden, ohne die Laborkosten, die ich an anderer Stelle schon aufgeschlüsselt habe.

59,49 € meine tatsächlichen monatlichen Kosten für acht Präparate vor der Schwangerschaft

Was von den 59,49 € wirklich belegt war

Nur zwei der acht Posten kann ich wirklich mit einer offiziellen Zahl unterlegen. Folsäure, weil ich mich an die offizielle Empfehlung von 400 µg täglich ab Kinderwunsch gehalten habe, kostete mich 1,82 € im Monat. Zink, weil mein Ausgangswert unter dem Referenzbereich des Labors lag und damit ein echter Anlass zum Ergänzen da war, kostete 2,21 €. Zusammen sind das 4,03 € von 59,49 €, und das ist der Teil, den ich ohne Einschränkung verantworten kann.

Bei den übrigen sechs Posten sieht es anders aus. Jod und Magnesium habe ich etwa doppelt so hoch dosiert wie der jeweilige Referenzwert, bei Selen lag ich beim Dreieinhalbfachen und bei Cholin beim Zweieinhalbfachen. Beim Eisen habe ich acht Monate lang ein rezeptfreies, aber apothekenpflichtiges Arzneimittel gegen einen Zielwert genommen, den keine offizielle Stelle veröffentlicht, sondern der aus einem einzelnen Buch stammt. Das ist kein Nährstoffpräparat im engeren Sinn mehr, aber es lief bei mir unter derselben Kostenzeile mit.

Warum ich trotzdem nicht einfach alles abgesetzt habe

Man könnte nach dieser Aufteilung denken, ich hätte nach der Analyse alles bis auf Folsäure und Zink weggelassen. Habe ich aber nicht, zumindest nicht sofort. Bei Jod zum Beispiel hatte ich keinen eigenen TSH-Wert und wusste also nicht wirklich, wo ich stehe, aber die RKI-Erhebung zeigt, dass rund 32 Prozent der Erwachsenen in Deutschland unterhalb des geschätzten mittleren Jodbedarfs liegen. Das war für mich Grund genug, an der niedrigeren Dosis festzuhalten, auch ohne die passende eigene Diagnostik dazu. Bei Cholin und Selen dagegen habe ich im Rückblick keine vergleichbare Begründung mehr gefunden, außer dass ich sie einmal bestellt und dann einfach weiterbestellt hatte. Wichtiger als die Frage, ob ein Posten irgendwo in einem Ratgeber auftaucht, ist für mich heute, ob ich für mich einen nachvollziehbaren Grund habe, ihn Monat für Monat zu bezahlen.

Der teuerste Posten: Omega-3 mit 36,90 €

Der mit Abstand größte Einzelposten war Omega-3 mit 36,90 € im Monat, also rund 62 Prozent meiner gesamten Präparatekosten. Dabei hatte ich meinen Omega-3-Index sogar messen lassen, er lag bei 5,4 Prozent und damit unter dem Referenzbereich, ein echter Anlass also, anders als bei den Posten, die ich einfach übernommen habe. Trotzdem zähle ich Omega-3 nicht zu den belegten 4,03 €, weil mir anders als bei Zink oder Folsäure keine Zahl vorliegt, die sagt, wie viel ich bei diesem Wert eigentlich ergänzen sollte. Dazu kommt eine kontrollierte Studie zur DHA-Gabe in der Schwangerschaft, die DOMInO-Studie: Sie kommt zu dem Ergebnis, dass sich kein klarer Vorteil zeigt, aber auch keine Hinweise auf einen Schaden. Für mich bedeutet das: Ich hatte bei Omega-3 einen echten Anlass, aber keine Zahl, die die Höhe der Dosis rechtfertigt, und trotzdem ist es der teuerste Posten auf meiner ganzen Liste geblieben.

Meine acht Präparatekosten im Monat, in den acht Monaten vor meiner Schwangerschaft
PostenMonatspreiseingeordnet als
Folsäure1,82 €belegt
Zink2,21 €belegt (Anlass da)
Omega-336,90 ۆberzeugung
Jod, Magnesium, Selen, Cholin, Eisen zusammenrund 18,56 ۆberzeugung
Gesamt59,49 € 
Quellen zu diesem Artikel
  • Netzwerk Gesund ins Leben: Empfehlung von 400 µg Folsäure täglich ab Kinderwunsch bis Ende der 12. Schwangerschaftswoche.Bundeszentrum für Ernährung
  • Makrides et al. (2010): DOMInO-Studie zur DHA-Supplementierung in der Schwangerschaft, kein klarer Vorteil, keine Hinweise auf Schaden.JAMA
  • Robert Koch-Institut: Erhebung zur Jodversorgung, rund 32 Prozent der Erwachsenen unterhalb des geschätzten mittleren Jodbedarfs.RKI-Studie zur Jodversorgung

Die Rechnung, die ich offengelegt habe

»Nährstoffbereit vor der Schwangerschaft« legt meine komplette Bilanz offen: alle acht Präparate, was jedes einzelne im Monat gekostet hat, wie wenig davon auf belegten Posten lag und an welchen Stellen ich gegen mein eigenes Buch gehandelt habe. Dazu 12 Nährstoff-Steckbriefe und 11 Arbeitsblätter.

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Wie ich die 476 € über acht Monate im Rückblick einordne

476 € sind kein Vermögen, aber auch kein Betrag, den ich einfach so abtue, vor allem, weil davon nur 4,03 € im Monat wirklich gedeckt waren. Ich würde niemandem sagen, dass die restlichen 55 € rausgeworfenes Geld waren, weil ich einen Teil davon aus einem nachvollziehbaren Anlass genommen habe. Aber ehrlich gesagt war ein großer Teil davon Überzeugung, die ich mir angelesen hatte, ohne sie an einer eigenen Messung zu überprüfen, und genau das würde ich rückblickend anders machen.

Zum Vergleich habe ich mir später angeschaut, was mich allein meine erste Messung an Laborwerten gekostet hat, also noch bevor ich mit irgendeinem der acht Präparate angefangen habe, und das lag bei knapp 150 €. Damit habe ich über die acht Monate insgesamt deutlich mehr für Präparate als für diese eine Messung ausgegeben, obwohl die Diagnostik eigentlich die Grundlage für alles andere sein sollte. Das ist eine Reihenfolge, die ich beim zweiten Mal umdrehen würde.

Was ich beim nächsten Mal anders einkaufen würde

Wenn ich es noch einmal machen würde, würde ich bei jedem Posten genauer hinschauen, ob der eigene Messwert wirklich einen Anlass hergibt, unabhängig davon, ob ich vorher überhaupt gemessen habe. Beim Omega-3 würde ich die Dosierung enger an einer zweiten Messung des Omega-3-Index ausrichten, denn ein Wert unter dem Referenzbereich allein sagt mir noch nicht, wie viel ich tatsächlich brauche. Beim Eisen würde ich vor einem erneuten Griff zum Arzneimittel eine ärztliche Gegenprüfung einholen, bevor ich mich wieder acht Monate lang an einen Zielwert halte, den niemand offiziell veröffentlicht hat.

Was ich sicher beibehalten würde: Folsäure von Anfang an, weil das der eine Posten ist, bei dem ich mir keine Gedanken mehr machen muss, ob die Menge und der Zeitpunkt stimmen. Und dass ich generell erst meine Werte messen lasse und erst danach mit dem Ergänzen anfange, das würde ich genauso wieder machen, nur eben mit mehr Konsequenz danach. Der Rest wäre bei mir künftig eher eine Liste, die ich nach jeder neuen Messung überarbeite, bevor die letzte Packung überhaupt leer ist.

Häufige Fragen

Was kosten Präparate vor der Schwangerschaft im Monat im Durchschnitt?

In meinem Fall waren es 59,49 € im Monat für acht verschiedene Präparate, aber das war meine eigene, eher umfangreiche Zusammenstellung. Wer sich auf das beschränkt, was offiziell klar empfohlen ist, kommt auf einen Bruchteil davon.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Nahrungsergänzungsmittel bei Kinderwunsch?

Nein, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Nahrungsergänzungsmittel bei Kinderwunsch grundsätzlich nicht, das gilt auch für Folsäurepräparate. Ob bei einer festgestellten Erkrankung etwas anderes gilt, entscheidet Deine Ärztin oder Dein Arzt im Einzelfall.

Welches Präparat ist bei Kinderwunsch am wichtigsten?

Offiziell klar empfohlen ist nur Folsäure mit 400 µg täglich ab Kinderwunsch bis Ende der zwölften Schwangerschaftswoche. Alles andere hängt von Deiner individuellen Situation und im Idealfall von Deinen eigenen Laborwerten ab.

Wie kann ich die Kosten für Präparate vor der Schwangerschaft senken?

Für mich war der größte Hebel, immer erst zu messen und erst danach gezielt zu ergänzen. Der einzelne Posten, den ich ganz ohne echten Anlass genommen habe, hat am Ende mehr gekostet als alle belegten Posten zusammen.

Wann Du zusätzlich professionelle Unterstützung suchen solltest

Bevor Du anfängst, Geld in Präparate zu stecken, würde ich Dir raten, erst mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Hausarzt zu sprechen, welche Werte bei Dir überhaupt sinnvoll sind und wer sie für Dich einordnen kann. Das kostet am Anfang vielleicht ein Gespräch mehr, spart am Ende aber genau die Summe, die bei mir ganz auf Überzeugung beruhte, ohne dass ein eigener Beleg dahinterstand. Erst recht gilt das, bevor Du zu einem Arzneimittel wie einem Eisenpräparat greifst.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel stellt keine medizinische Diagnose oder Behandlung dar, ersetzt keine ärztliche Beratung und enthält keine Dosierungsempfehlung für Deine persönliche Situation. Sprich über Laborwerte, Präparate und Mengen mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.