Wenn Du gerade mit der Angst kämpfst, dass die Symphysenschmerzen in einer nächsten Schwangerschaft wiederkommen: Diese Angst kenne ich, allerdings aus einer etwas anderen Richtung, als Du sie vielleicht gerade erlebst. Bei mir kam sie vor allem während meiner ersten Schwangerschaft hoch, mitten in den Schmerzen selbst. Und aus dem, was mir da geholfen hat, ziehe ich jetzt meine Schlüsse für die Vorbereitung auf eine zweite.
Wie sich die Angst bei mir angefühlt hat
Während meiner ersten Schwangerschaft, als die Schmerzen richtig schlimm waren, half mir vor allem ein Gedanke: dass das nur eine Phase ist und spätestens nach der Geburt aufhört oder zumindest deutlich besser wird. Und dass ich ja wusste, wofür ich das alles auf mich nehme. Das hat mir geholfen, durchzuhalten, auch wenn es sich in den schlimmsten Momenten trotzdem nicht danach angefühlt hat.
Warum nicht jedes Wissen meine Angst kleiner gemacht hat
Etwas, das mich selbst überrascht hat: Zu verstehen, warum Symphysenschmerzen entstehen und dass sie ein normales Vorkommnis in der Schwangerschaft sind, hat meine Angst nicht verringert. Im Gegenteil, dieses Wissen über das Warum hat mich eher hilflos gemacht. Zu wissen, dass etwas normal ist, aber trotzdem nichts dagegen tun zu können, fühlt sich nicht beruhigend an.
Was mir wirklich geholfen hat: Kontrolle statt Ausgeliefertsein
Was tatsächlich geholfen hat, war etwas anderes: mich mit den Dingen zu beschäftigen, die ich aktiv tun kann, um diesen Schmerzen vorzubeugen. Nicht das Wissen über das Warum, sondern das Wissen über das Was jetzt. Das hat mir ein Stück Kontrolle zurückgegeben, statt mich der ganzen Situation nur ausgeliefert zu fühlen. Genau aus diesem Grund habe ich angefangen, mich mit gezieltem Training vor einer zweiten Schwangerschaft zu beschäftigen. Nicht weil ich mir sicher bin, dass es dann nicht wieder passiert, sondern weil das aktive Tun die Angst für mich handhabbarer macht als das Abwarten.
Warum "es wird mich schon nicht wieder treffen" keine gute Strategie ist
Ich würde niemandem empfehlen, die Angst bis zur nächsten Schwangerschaft einfach zu verdrängen und zu hoffen, dass es einen diesmal nicht trifft. Die Studienlage sagt hier leider das Gegenteil: Wer schon einmal von Becken- oder Symphysenschmerzen betroffen war, hat ein erhöhtes Risiko, dass sie in einer weiteren Schwangerschaft wiederkehren. Das heißt nicht, dass es zwangsläufig genauso schlimm wird, aber es ist ein Grund mehr, sich jetzt vorzubereiten, statt auf das Beste zu hoffen.
Quellen zu diesem Artikel
- Kanakaris, Roberts & Giannoudis (2011): Update zu schwangerschaftsbedingten Beckenringschmerzen, u. a. zur Wiederkehr-Rate in einer erneuten Schwangerschaft.
- Almousa, Lamprianidou & Kitsoulis (2018): systematische Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit stabilisierender Übungen bei Becken-/Symphysenschmerzen in und nach der Schwangerschaft.
Was ich Dir rate, wenn die Angst gerade akut ist
Verlier Dich nicht in der Angst. Beschäftige Dich stattdessen so bald wie möglich damit, wie Du diesen Schmerzen vorbeugen kannst. Nutze die Zeit vor einer möglichen nächsten Schwangerschaft gezielt für Training, statt erst wieder aktiv zu werden, wenn die Schmerzen zurück sind. Das ist zumindest der Weg, der bei mir aus der Angst wieder ein Gefühl von Handlungsfähigkeit gemacht hat.
Der erste konkrete Schritt aus der Angst raus
»Beckenfit vor Baby Nr. 2« ist der 8-Wochen-Trainingsplan, den ich mir genau aus diesem Grund zusammengestellt habe: um vor der nächsten Schwangerschaft aktiv etwas zu tun, statt nur zu hoffen. Für Beckenboden, Rumpf und Hüfte, 15–25 Minuten, 3× pro Woche.
Beckenfit-Guide ansehenWann Du zusätzlich professionelle Unterstützung suchen solltest
Wenn die Angst Dich stark belastet, dauerhaft präsent ist oder Deinen Alltag beeinträchtigt, kann Dir ein Trainingsplan allein nicht ausreichend helfen. Sprich in diesem Fall zusätzlich mit Deiner Frauenärztin, Deinem Frauenarzt oder Deiner Hebamme, oder hol Dir professionelle psychologische Unterstützung.