Offiziell empfohlen ist für alle mit Kinderwunsch genau ein Posten, und das ist Folsäure. Alles andere auf einer Vorbereitungs-Checkliste ist eine Entscheidung, die Du selbst triffst, und bei mir sind daraus fünf Blöcke geworden, zwei davon groß: das Becken und die Nährstoffe. Was mich am meisten gekostet hat, war die Reihenfolge dazwischen.

Was auf der Liste offiziell steht, und was Deine eigene Entscheidung ist

Die Listen im Netz haben schnell zehn Punkte, vom Impfstatus über den Zyklus bis zum Gewicht, alle gleich gewichtet und alle ohne Preisschild. Dabei gibt es genau eine Menge, die eine offizielle Stelle allen Frauen mit Kinderwunsch nennt: 400 µg Folsäure täglich, spätestens vier Wochen vor der Empfängnis und weiter bis zum Ende der zwölften Schwangerschaftswoche. Zwei Ausnahmen gehören immer dazu, nämlich die Einnahme von Antiepileptika und ein Neuralrohrdefekt in einer früheren Schwangerschaft. In beiden Fällen legt Deine Ärztin die Menge fest, und die 400 µg sind dann der falsche Bezugspunkt.

Der Grund für den frühen Start ist der Zeitplan der Entwicklung: Das Neuralrohr schließt sich normalerweise bereits vier Wochen nach der Konzeption, also zu einem Zeitpunkt, an dem viele Frauen noch gar nichts wissen. Und bis der Folatspiegel in den roten Blutkörperchen am WHO-Zielwert angekommen ist, vergehen bei 400 µg sechs bis acht Wochen. Wie lange vorher man mit Folsäure anfangen sollte, habe ich deshalb in einem eigenen Artikel auseinandergenommen.

400 µg Die einzige Menge auf dieser Checkliste, die offiziell allen Frauen mit Kinderwunsch genannt wird, mit zwei ärztlich festgelegten Ausnahmen.

Die zwei Baustellen, die bei mir übrig geblieben sind

Als ich meine Liste zusammengestrichen hatte, blieben zwei Themen übrig, für die man Monate einplanen muss. Das eine sind die Nährstoffe, weil sich Speicher wie Ferritin über Wochen füllen. Das andere ist das Becken, und das habe ich vor meiner ersten Schwangerschaft komplett übersehen.

Ich hatte jahrelang Mütter auf Social Media verfolgt und trotzdem nie von Symphysenschmerzen gehört. Ab der 33. Schwangerschaftswoche kamen sie dann bei mir an, erst als Ziehen in der Leiste, später so stark, dass Umdrehen im Bett und Aufstehen die schlimmsten Momente des Tages waren. Auf meiner Vorbereitungsliste hatte das Becken bis dahin überhaupt keinen Platz, während ich mich um Laborwerte sehr gründlich gekümmert habe.

Für die zweite Schwangerschaft ist das der Punkt, an dem sich meine Liste am deutlichsten geändert hat. Eine Untersuchung von 2024 hat für mehrgebärende Frauen ein deutlich erhöhtes Risiko für Beckenringschmerzen nach der Geburt gefunden, mit einer Odds Ratio von 1,9. Und eine systematische Übersichtsarbeit zu stabilisierenden Übungen bei Becken- und Symphysenschmerzen kommt zu Ergebnissen, die vielversprechend sind, aber noch nicht abschließend gesichert. Das ist keine Garantie, es ist ein Grund, die Zeit vorher zu nutzen.

Die Reihenfolge, an der ich mich verrechnet habe

Bei den Nährstoffen lautet die Reihenfolge, die Geld spart: erst klären, wer die Werte hinterher einordnet, dann messen. Bei mir lief es umgekehrt. Ich habe zehn Werte messen lassen, mir daraus selbst eine Liste mit acht Präparaten gebaut und die acht Monate lang genommen, ohne dass zwischendurch jemand gegengeprüft hat. Erst danach kam die zweite Messung. Für Ferritin war dieser Abstand ungefähr richtig, für die schnellen Werte wie Selen und Zink war er zu lang, und ausgerechnet dort hatte ich am höchsten dosiert.

Die Kontrollschleife, die in diesen acht Monaten gefehlt hat, habe ich später nachgeholt: In der Schwangerschaft habe ich mehrfach nachmessen lassen und die Mengen an den Werten ausgerichtet. Das ist die Phase, in der sie am wenigsten hingehört, weil dort am wenigsten Spielraum zum Korrigieren ist.

Beim Becken läuft die Reihenfolge in die andere Richtung. Zuerst kommt die Rückbildung, und erst danach das gezielte Training, in meinem Guide mit etwa vier Monaten nach der Geburt als grober Orientierung. Direkt nach der Geburt loszulegen halte ich für keine gute Idee, weil viel Rückbildung von selbst passiert. Vier Monate fühlen sich für mich lang an, weil ich mir eigentlich einen geringen Geschwisterabstand wünsche, aber genau an dieser Stelle wollte ich nicht abkürzen.

Zwei Baustellen, zwei Guides

»Nährstoffbereit vor der Schwangerschaft« nimmt sich den einen Teil vor, mit zwölf Nährstoff-Steckbriefen, dem Laborpanel mit echten Preisen und einem vollständigen Plan B für den Fall, dass sich niemand für die Einordnung findet. »Beckenfit vor Baby Nr. 2« nimmt sich den anderen vor, mit 8 Wochen Plan, 3 Einheiten pro Woche à 12–25 Minuten und einer täglichen Beckenboden-Basis von 5 Minuten.

Beide Guides ansehen

Was die Vorbereitung wirklich kostet

Die Preisfrage steht auf keiner der Checklisten, die ich gefunden habe, dabei sortiert genau sie die Liste. Der offiziell empfohlene Posten ist der billigste, und am meisten ausgegeben habe ich für die Posten, die ich am wenigsten begründen konnte.

Preise rund um die Vorbereitung vor einer Schwangerschaft, eigene Recherche bei Laboren und Arztpraxen, Stand September 2026. Meine eigenen Werte und Präparatekosten stammen aus den acht Monaten vor meiner ersten Schwangerschaft.
PostenPreis
Folsäure, der offiziell empfohlene Posten1,82 € im Monat
Kern-Panel aus Ferritin, Vitamin D und TSH, mit Blutabnahmerund 50 bis 80 €
Volles Laborpanelrund 150 bis 280 €
Meine zehn Werteknapp 150 €
Meine acht Präparate59,49 € im Monat
Davon der Teil, den ich belegen konnte4,03 € im Monat

Über acht Monate sind aus den Präparaten rund 476 € geworden, und allein das Omega-3 machte davon 36,90 € im Monat aus. Die vollständige Aufstellung mit allen acht Posten habe ich in meiner Kostenrechnung offengelegt, und was ein Nährstoff-Check je nach Umfang kostet, steht in der Preisübersicht für die Panels. Für das Becken taucht in dieser Tabelle keine Zahl auf, weil dieser Block kein Laborgeld kostet. Er kostet Zeit, und die musst Du im Alltag mit einem kleinen Kind erst finden.

Der Teil der Liste, der schnell erledigt ist

Der fünfte Block ist der unspektakulärste und geht in einem einzigen Termin. Für Frauen mit Kinderwunsch nennt die Ständige Impfkommission zwei Impfungen ausdrücklich: Röteln, mit zweimaliger Impfung bei ungeimpften Frauen oder unklarem Impfstatus, und Varizellen, also Windpocken, mit zweimaliger Impfung bei seronegativen Frauen. Liegen zwei dokumentierte Rötelnimpfungen vor, ist eine serologische Kontrolle nicht erforderlich, ein Blick in den Impfpass reicht also. Nach einer Lebendimpfung wird ein Abstand von mindestens einem Monat bis zu einer Schwangerschaft empfohlen, und das ist der Grund, warum dieser Block früh auf die Liste gehört.

Dazu kommt der Antikörperstatus bei Toxoplasmose. Etwa die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland hat Antikörper gegen diesen Parasiten, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung, und ob Du dazugehörst, ändert einiges daran, wie streng die Küchen- und Katzenregeln in einer Schwangerschaft für Dich sind.

Quellen zu diesem Artikel
  • Netzwerk Gesund ins Leben: 400 µg Folsäure täglich ab Kinderwunsch, zumindest vier Wochen vor der Empfängnis, bis Ende der 12. Schwangerschaftswoche; sechs bis acht Wochen bis zum WHO-Zielwert in den Erythrozyten; Neuralrohrschluss normalerweise bereits vier Wochen nach der Konzeption; ärztlich festgelegte Menge bei Antiepileptika und nach einem Neuralrohrdefekt in einer früheren Schwangerschaft.Handlungsempfehlungen, Bundeszentrum für Ernährung
  • Robinson u. a. (2024): mehrgebärende Frauen mit signifikant erhöhtem Risiko für Beckenringschmerzen nach der Geburt, Odds Ratio 1,9.BMC Musculoskeletal Disorders
  • Almousa, Lamprianidou & Kitsoulis (2018): systematische Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit stabilisierender Übungen bei Becken- und Symphysenschmerzen in und nach der Schwangerschaft, vielversprechende, aber noch nicht abschließend gesicherte Ergebnisse.Physiotherapy Research International
  • Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut: Impfempfehlungen für Frauen mit Kinderwunsch, zweimalige Rötelnimpfung bei unklarem Impfstatus, keine serologische Kontrolle bei zwei dokumentierten Impfungen, zweimalige Varizellenimpfung bei seronegativen Frauen, mindestens ein Monat Abstand nach einer Lebendimpfung.RKI, Impfthemen A bis Z, Kinderwunsch
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: etwa die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland besitzt Antikörper gegen Toxoplasma gondii.BfR-Verbraucherinformation zu Toxoplasmose

Was bei mir beim zweiten Mal anders auf der Liste steht

Mein Sohn ist im Juli 2026 auf die Welt gekommen, und im Moment hat die Rückbildung Vorrang vor allem anderen. Mein Plan für die nächste Runde hat trotzdem schon drei Änderungen gegenüber der ersten.

Erstens steht das Becken diesmal von Anfang an auf der Liste und wandert nicht erst in der 33. Woche darauf. Zweitens werde ich die Kontrollmessung früher ansetzen, vor allem bei den Werten, die sich schnell bewegen. Und drittens die Lücke, die mir am unangenehmsten ist: Ich ernähre mich vegan, mein B12-Ausgangswert lag bei 993 pg/ml und kam in Wahrheit aus den Kombiprodukten aus der Drogerie, die ich vorher jahrelang unregelmäßig genommen hatte. Nach dem Absetzen ist er in acht Monaten auf 756 gefallen, also dorthin zurück, wo meine Versorgung ohne Präparat tatsächlich lag. Auf meiner eigenen Achterliste stand B12 trotzdem an keiner Stelle, und das ist meine einzige Abweichung von den offiziellen Empfehlungen nach unten.

Dasselbe Muster hat übrigens auch beim Jod zugeschlagen: Ich habe dosiert, ohne je einen TSH-Wert gehabt zu haben. Wer sich an Zielbereichen orientiert, braucht dafür eine Messung, und die habe ich mir an dieser Stelle gespart.

Häufige Fragen

Wann sollte ich anfangen, meinen Körper auf eine Schwangerschaft vorzubereiten?

Für Folsäure nennt das Netzwerk Gesund ins Leben vier Wochen vor der Empfängnis als Untergrenze und empfiehlt den Start ab Kinderwunsch. Alles andere hat keine offizielle Frist. Ich habe rund acht Monate vorher angefangen, und der Grund war das Becken und das Labor, weil beides Zeit braucht.

Was gehört auf die Checkliste, wenn ich schon einmal Beckenschmerzen hatte?

Dann gehört das Becken als eigener Block darauf, und zwar vor der nächsten Schwangerschaft. Eine Untersuchung von 2024 hat für mehrgebärende Frauen ein deutlich erhöhtes Risiko für Beckenringschmerzen nach der Geburt gefunden, mit einer Odds Ratio von 1,9.

Was kostet die Vorbereitung auf eine Schwangerschaft?

Der offiziell empfohlene Posten, also Folsäure, hat mich 1,82 € im Monat gekostet. Ein Kern-Panel aus Ferritin, Vitamin D und TSH liegt mit Blutabnahme bei rund 50 bis 80 €, ein volles Panel bei rund 150 bis 280 €. Meine acht Präparate lagen bei 59,49 € im Monat.

Muss ich vor einer Schwangerschaft Blutwerte messen lassen?

Eine allgemeine Empfehlung, welche Nährstoffwerte vor einer Schwangerschaft gemessen gehören, habe ich bei meiner Recherche nicht gefunden. Wichtiger als die Auswahl der Werte ist ohnehin die Frage, wer sie hinterher einordnet.

Wann Du zusätzlich professionelle Unterstützung suchen solltest

Bei den Nährstoffen ist der Punkt erreicht, sobald ein Wert außerhalb des Referenzbereichs liegt oder Du überlegst, über die offizielle Empfehlung hinaus zu dosieren. Beides gehört in ärztliche Hände, und genau daran ist meine eigene Liste gescheitert. Beim Becken gilt dasselbe, wenn Du aktuell Beschwerden hast, unsicher bist, ob Deine Rückbildung abgeschlossen ist, oder nach einem Kaiserschnitt startest. Ein Check bei einer Beckenboden-Physiotherapeutin ist dann die bessere Investition als jeder Trainingsplan aus dem Netz.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel stellt keine medizinische Diagnose oder Behandlung dar, ersetzt keine ärztliche Beratung und enthält keine Dosierungsempfehlung für Deine persönliche Situation. Sprich über Laborwerte, Präparate und Mengen mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt. Bei bestehenden oder unklaren Beschwerden am Becken sprich vorab mit einer Physiotherapie oder Deiner Frauenärztin/Deinem Frauenarzt.