Ein Omega-3-Index-Test kostet als Selbstzahlerleistung je nach Labor rund 24 bis 62 €, mein Labor hat bei meiner ersten Messung 23,90 € verlangt. Den Nutzen vor einer Schwangerschaft finde ich deutlich kleiner als den Preis, weil es für diese Zeit keinen offiziellen Zielwert gibt und die offizielle Empfehlung zu Omega-3 in der Schwangerschaft gar nicht von einem Messwert abhängt.
Was kostet ein Omega-3-Index-Test im Labor?
Bei meiner Preisrecherche für Nährstoffbereit habe ich für den Omega-3-Index Selbstzahlerpreise zwischen rund 24 und 62 € gefunden, und je nach Labor oder Praxis kommt die Blutabnahme mit rund 5 € noch dazu. Der teuerste Preis ist damit gut das Zweieinhalbfache des günstigsten, und zwar für einen Wert, der am Ende als eine einzige Prozentzahl auf dem Befund steht. Mein Labor hat bei meiner ersten Messung 23,90 € dafür verlangt, ich lag also ziemlich genau am unteren Rand.
In Euro ist das die größte Spanne im ganzen Panel, das ich für das Buch zusammengestellt habe. Zum Vergleich die übrigen Werte mit Preisspanne aus derselben Recherche, sortiert danach, wie weit der günstigste und der teuerste Preis auseinanderliegen:
| Laborwert | kostet rund | Spanne in Euro |
|---|---|---|
| Omega-3-Index | 24–62 € | 38 € |
| Zink | 5–33 € | 28 € |
| Vitamin B12 oder Holo-TC | 17–38 € | 21 € |
| fT3, fT4, TPO-Antikörper, nur mit Anlass | je 10–30 € | je 20 € |
| 25-OH-Vitamin D | 21–38 € | 17 € |
| Jod im Urin | 15–30 € | 15 € |
| TSH | 10–20 € | 10 € |
| Magnesium | 5–15 € | 10 € |
| Selen | 24–33 € | 9 € |
| Ferritin | 15–20 € | 5 € |
Relativ gerechnet liegt Zink sogar vorn, zwischen 5 und 33 € ist das mehr als der Faktor sechs. Beim Omega-3-Index geht es aber um die größten absoluten Beträge, und wer ihn zu einem Paket dazubucht, merkt das direkt auf der Rechnung. Die Kasse hat bei mir davon übrigens nichts übernommen, genauso wenig wie vom Rest meiner ersten Messung, und welche Blutwerte sie bei Kinderwunsch überhaupt bezahlt, habe ich in meinem Artikel zur Krankenkasse aufgeschlüsselt.
Was misst der Omega-3-Index eigentlich?
Gemessen wird der Anteil von EPA und DHA, also den beiden langkettigen Omega-3-Fettsäuren, an allen Fettsäuren in den Membranen Deiner roten Blutkörperchen. Den Begriff haben William Harris und Clemens von Schacky 2004 in einer Fachzeitschrift eingeführt, und einen Vorteil der roten Blutkörperchen nennen sie gleich mit: Die Halbwertszeit der beiden Fettsäuren ist dort vier- bis sechsmal so lang wie im Serum, sodass der Wert eher die Versorgung über eine längere Zeit abbildet.
Was dabei gern untergeht: Die beiden hatten das Herz im Blick. Ihre Arbeit fragt schon im Titel, ob der Index ein neuer Risikofaktor für den Tod durch koronare Herzkrankheit ist, und aus ihr stammen die beiden Marken, die bis heute auf vielen Seiten zu dem Test stehen. Ein Index ab 8 Prozent ging in den ausgewerteten Daten mit dem größten Schutz einher, einer von 4 Prozent und darunter mit dem geringsten. Das ist ein Zusammenhang aus Beobachtungen zum Herzen, und für die Frage, wie gut Du vor einer Schwangerschaft versorgt bist, lässt sich aus diesen beiden Zahlen erst mal nichts ableiten.
Mein eigener Wert: 5,4 Prozent, und was danach kam
Bei meiner ersten Messung, vor meiner ersten Schwangerschaft, lag mein Omega-3-Index bei 5,4 Prozent, und das Labor hat ihn als unter dem Referenzbereich eingeordnet. Dieser Referenzbereich gehört zum Labor und ist nicht automatisch dasselbe wie die 8 Prozent aus der Herzforschung, und beides ist wieder etwas anderes als eine offizielle Empfehlung. Rein rechnerisch lagen meine 5,4 Prozent zwischen den beiden Marken von Harris und von Schacky, über der unteren und unter der oberen. Die acht Monate danach liefen ohne ärztliche Gegenprüfung.
In diesen acht Monaten habe ich veganes Algenöl genommen, mit 1.400 mg DHA und 720 mg EPA am Tag, weil bei mir sowieso kein Fisch auf den Teller kommt. Das ist das Siebenfache der mindestens 200 mg DHA am Tag, die das Netzwerk Gesund ins Leben für Schwangere und Stillende nennt, und den größten Teil dieser Zeit war ich noch gar nicht schwanger. Das Algenöl hat 36,90 € im Monat gekostet, rund 62 Prozent meiner gesamten Präparatekosten, und mit 200 mg DHA wären es nach meiner Preisrecherche rund 5 € im Monat gewesen. Die ganze Aufstellung aller acht Posten steht in meiner Kostenrechnung für die Präparate.
Was in dieser Rechnung fehlt, ist die zweite Zahl. Bei meiner zweiten Messung, acht Monate nach der ersten, war der Omega-3-Index nicht dabei, und damit habe ich für diese acht Monate genau einen Wert, den Ausgangswert. Ob die Menge zu meinem Wert gepasst hat, ob deutlich weniger gereicht hätte oder wo mein Index danach überhaupt lag, kann ich aus meinen Zahlen nicht ablesen. Der Test hat 23,90 € gekostet, das Präparat danach mehr als das Zwölffache, und gesagt hat mir der Test am Ende trotzdem wenig, weil ihm keine zweite Messung gefolgt ist.
Welcher Omega-3-Index gilt vor einer Schwangerschaft?
Hier wird es ehrlich gesagt dünn, weil ich einen offiziellen Zielwert für den Omega-3-Index vor einer Schwangerschaft nirgends gefunden habe. Die Empfehlung, die es gibt, kommt vom Netzwerk Gesund ins Leben und richtet sich an Schwangere und Stillende: im Durchschnitt mindestens 200 mg DHA am Tag, und wer keinen oder nur selten Fisch isst, soll DHA als Nahrungsergänzung nehmen. Einen Blutwert nennt diese Empfehlung nicht, und zur Zeit vor der Schwangerschaft sagt sie gar nichts.
Damit beantwortet sich die Nutzenfrage für die meisten Situationen fast von selbst. Wenn Du keinen Fisch isst, gilt ab der Schwangerschaft dieselbe Empfehlung, egal ob Dein Index bei 4, bei 6 oder bei 9 Prozent liegt, und wenn Du regelmäßig Fisch isst, richtet sich der Teil mit dem Präparat gar nicht an Dich. Der Messwert ändert an der Empfehlung also nichts, und ein Wert, aus dem nichts folgt, ist vor allem eine Ausgabe.
Ob ein Omega-3-Index trotzdem etwas beitragen kann, hängt für mich an zwei Dingen: dass vorher jemand festlegt, welcher Wert bei Dir welche Konsequenz hätte, und dass eine zweite Messung eingeplant ist. An beidem hat es bei mir gefehlt.
Quellen zu diesem Artikel
- Eigene Preisrecherche in veröffentlichten Selbstzahler- und IGeL-Preislisten deutscher Labore für »Nährstoffbereit vor der Schwangerschaft«: Einzelpreise des Panels einschließlich Omega-3-Index, Blutabnahme und der Monatspreis für 200 mg DHA aus Algenöl.
- Harris WS, von Schacky C (2004): The Omega-3 Index: a new risk factor for death from coronary heart disease? Definition als Anteil von EPA und DHA an allen Fettsäuren der roten Blutkörperchen, Halbwertszeit vier- bis sechsmal so lang wie im Serum, ab 8 Prozent größter, bei 4 Prozent und darunter geringster Schutz.
- Netzwerk Gesund ins Leben (2021): Schwangere sollen im Durchschnitt mindestens 200 mg DHA am Tag aufnehmen; Schwangere und Stillende, die keinen oder nur selten Fisch essen, DHA als Nahrungsergänzung. Keine Aussage zu einer Blutmessung und zur Zeit vor der Schwangerschaft.
Bevor Du 24 oder 62 € für eine einzige Zahl ausgibst
»Nährstoffbereit vor der Schwangerschaft« legt das ganze Laborpanel mit echten Preisen für jeden einzelnen Wert nebeneinander, sodass Du vorher siehst, was welche Messung kostet. Dazu kommt meine offengelegte Bilanz, in der das Algenöl mehr gekostet hat als meine komplette erste Messung, auf 182 Seiten in 17 Kapiteln.
Nährstoffbereit ansehenWenn Du den Omega-3-Index trotzdem messen lassen willst
Dann würde ich mit der Frage anfangen, die im Buch vor jeder Messung steht: erst klären, wer den Wert für Dich einordnet und was aus welchem Ergebnis folgen soll, und dann messen. Findet sich niemand, bleibt ein Befund mit einer Prozentzahl, die Du selbst an Marken aus der Herzforschung hältst, und was Dir in dem Fall trotzdem bleibt, habe ich in meinem Plan B für genau diese Situation zusammengeschrieben. Das gilt genauso für die Selbsttests mit einem Blutstropfen aus dem Finger, die es für zuhause gibt: Die Zahl kommt per Post oder Mail, und wer sie einordnet, ist dieselbe offene Frage.
Und plan die zweite Messung gleich mit ein. Weil der Wert in den roten Blutkörperchen gemessen wird und die ungefähr drei bis vier Monate leben, zeigt eine Kontrolle vor Ablauf von etwa drei Monaten wenig. Am besten misst Du beide Male im selben Labor: Bei mir liefen erste und zweite Messung in zwei verschiedenen Laboren, und beim Vitamin D kann ich den Unterschied zwischen 31,9 und 28,2 ng/ml deshalb bis heute nicht deuten.
Wenn Dein Budget begrenzt ist, würde ich den Omega-3-Index eher hintanstellen. Im Kern-Panel aus Ferritin, Vitamin D und TSH, mit dem ich anfangen würde, ist er nicht dabei, und wie sich die Preise vom Kern bis zum vollen Umfang aufbauen, steht in meiner Preisübersicht für den Nährstoff-Check.
Häufige Fragen
Was kostet ein Omega-3-Index-Test?
Als Selbstzahlerleistung je nach Labor rund 24 bis 62 €, dazu kommt teilweise die Blutabnahme mit rund 5 €. Mein Labor hat bei meiner ersten Messung 23,90 € verlangt.
Zahlt die Krankenkasse den Omega-3-Index?
Bei mir nicht, ich habe ihn wie meine ganze erste Messung selbst bezahlt. Ob in Deiner Situation ein Anlass besteht, der daran etwas ändert, kann Dir nur Deine Ärztin oder Dein Arzt sagen.
Welcher Omega-3-Index ist vor einer Schwangerschaft gut?
Einen offiziellen Zielwert gibt es dafür nicht. Die oft genannten 8 Prozent stammen aus einer Arbeit zur Herzgesundheit von Harris und von Schacky aus dem Jahr 2004, und die Empfehlung des Netzwerks Gesund ins Leben nennt eine Menge für Schwangere und Stillende, mindestens 200 mg DHA am Tag, ohne einen Blutwert.
Wann ist eine Kontrollmessung des Omega-3-Index sinnvoll?
Eine offizielle Vorgabe gibt es nicht. Weil der Wert in den roten Blutkörperchen gemessen wird, die ungefähr drei bis vier Monate leben, zeigt eine Kontrolle vor Ablauf von etwa drei Monaten wenig. Am besten misst Du beide Male im selben Labor.
Wann Du zusätzlich professionelle Unterstützung suchen solltest
Wenn Du schon einen Befund mit Deinem Omega-3-Index in der Hand hast, lass ihn Dir von Deiner Ärztin oder Deinem Arzt einordnen, bevor Du daraus eine Menge ableitest, und frag dabei ruhig nach, auf welchen Referenzbereich sich das Labor bezieht. Das gilt erst recht, wenn Du über die offizielle Empfehlung hinaus Omega-3 nehmen willst oder regelmäßig Medikamente nimmst. Ich habe meine acht Monate Algenöl ohne jede ärztliche Gegenprüfung genommen, und genau diese Lücke hätte ein einziges Gespräch vorher schließen können.