Ein großes Blutbild besteht aus dem kleinen Blutbild, also roten und weißen Blutkörperchen, Blutplättchen, Hämoglobin und Hämatokrit samt drei daraus abgeleiteten Werten, und dem Differentialblutbild, das die weißen Blutkörperchen in ihre fünf Untergruppen aufteilt. Was fehlt, sind genau die Werte, nach denen bei Kinderwunsch meistens gefragt wird: Ferritin, Vitamin D, TSH, Folsäure, Vitamin B12 und alle anderen Nährstoffwerte sind eigene Laboraufträge, die einzeln angefordert und einzeln berechnet werden.

Was steht im großen Blutbild?

Das Blutbild ist eigentlich eine Zählung. Im kleinen Blutbild werden die roten Blutkörperchen, die weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen gezählt, dazu kommen der rote Blutfarbstoff Hämoglobin, der Hämatokrit und die drei Kürzel MCV, MCH und MCHC, die Größe und Farbstoffgehalt der roten Blutkörperchen beschreiben. Beim großen Blutbild kommt genau eine Sache dazu, nämlich das Differentialblutbild, das die weißen Blutkörperchen nach ihren Zelltypen aufteilt.

Was zum kleinen und zum großen Blutbild gehört, nach der Übersicht der München Klinik, abgerufen im Oktober 2026
TeilWas bestimmt wird
Kleines BlutbildRote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten), Blutplättchen (Thrombozyten), Hämoglobin, Hämatokrit, MCV, MCH, MCHC
DifferentialblutbildDie weißen Blutkörperchen nach Zelltypen: Neutrophile, Eosinophile, Basophile, Monozyten, Lymphozyten
Großes BlutbildBeides zusammen

Die München Klinik schreibt auf ihrer Seite zum Blutbild ausdrücklich dazu, dass Cholesterin, Entzündungsmarker oder Hormone auch im großen Blutbild fehlen, obwohl viele das annehmen. Groß heißt hier also nur, dass die weißen Blutkörperchen genauer angeschaut werden, und über Nährstoffe sagt das Wort ehrlich gesagt gar nichts.

Was fehlt im großen Blutbild, wenn Du schwanger werden möchtest?

Alles, was mit Nährstoffen und Schilddrüse zu tun hat. Ferritin, Vitamin D, TSH, Folsäure, Vitamin B12, Zink, Selen, Magnesium, der Omega-3-Index und Jod im Urin sind jeweils eigene Laboraufträge, die die Praxis einzeln anfordern muss und die das Labor einzeln berechnet. Wenn im Wartezimmer oder in einem Forum vom großen Blutbild die Rede ist, ist oft irgendwie ein großer Check gemeint, und der Fachbegriff meint etwas viel Kleineres.

Bei mir sieht man das ziemlich gut. Bei meiner ersten Messung, rund sieben bis acht Monate vor meiner ersten Schwangerschaft, habe ich zehn Werte bestimmen lassen und dafür knapp 150 € bezahlt: Folsäure, Ferritin, Vitamin D, Vitamin B12, Jod im Urin, Magnesium im Vollblut, Selen, den Omega-3-Index, Zink und Kalzium. Zum großen Blutbild gehört davon kein einziger.

0 von 10 meiner Laborwerte aus der ersten Messung vor meiner ersten Schwangerschaft gehören zum großen Blutbild

Zwei dieser Werte lagen unter dem Referenzbereich meines Labors, Zink und der Omega-3-Index, und beide tauchen in einem Blutbild gar nicht auf, egal ob klein oder groß. Was das Labor zu jedem einzelnen Wert geschrieben hat, steht in meinen zehn Laborwerten vor der Schwangerschaft.

Am nächsten kommt das Blutbild noch dem Thema Eisen, weil der Hämoglobinwert darin steht. Das Ferritin ist aber eine eigene Messung, und ein Hämoglobinwert auf dem Befund ersetzt sie eben nicht, das sind schlicht zwei verschiedene Zahlen. Mein Ferritin lag damals bei 22 ng/ml, was mein Labor als niedrig normal eingeordnet hat, und was ich aus dieser Zahl gemacht habe, steht in meinem Artikel zu Eisen vor der Schwangerschaft.

Was kostet ein großes Blutbild, und zahlt es die Kasse?

Das Blutbild selbst ist so ziemlich der billigste Posten auf einer Laborrechnung. In der Gebührenordnung für Ärzte steht das Blutbild unter der Nummer 3550 mit 3,50 € im einfachen Satz und die Differenzierung der weißen Blutkörperchen unter der Nummer 3551 mit 1,17 €. Mit dem 1,15-fachen Satz, mit dem Laborleistungen in der Regel abgerechnet werden, sind das zusammen gut 5 €, und die Blutabnahme kommt noch dazu.

Zum Vergleich: In meiner Preisrecherche für Nährstoffbereit lag Ferritin als Selbstzahlerwert bei rund 15 bis 20 €, TSH bei rund 10 bis 20 € und 25-OH-Vitamin D bei rund 21 bis 38 €, jeweils für einen einzigen Wert. Der Kern aus diesen dreien, mit dem ich anfangen würde, liegt inklusive Blutabnahme bei rund 50 bis 80 €, und wie sich die Preise von dort bis zum vollen Panel aufbauen, steht in meiner Preisübersicht für den Nährstoff-Check. Steht auf einem Angebot also nur »großes Blutbild« und daneben ein Preis, der deutlich über dem liegt, was die Gebührenordnung dafür hergibt, dann stecken ziemlich sicher noch andere Werte darin, und welche das sind, würde ich mir vorher zeigen lassen.

Ob die Kasse zahlt, hängt wie bei allen Laborwerten am medizinischen Anlass, und der Kinderwunsch allein ist keiner. Das habe ich in meinem Artikel zu den Blutwerten, die die Krankenkasse bei Kinderwunsch zahlt genauer aufgeschrieben. Überrascht hat mich bei der Recherche der Gesundheits-Check-up. Den gibt es zwischen 18 und 34 Jahren einmalig und ab 35 alle drei Jahre, und als Blutuntersuchung nennt die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie dafür das Lipidprofil und die Nüchternplasmaglukose, bei den Jüngeren sogar nur bei entsprechendem Risikoprofil. Ein Blutbild steht in dieser Liste gar nicht drin.

Gehört das große Blutbild in der Schwangerschaft zur Vorsorge?

Auch dann steht es so in keiner Regel. Die Mutterschafts-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses sieht bei der ersten Untersuchung eine Hämoglobinbestimmung vor, und nur wenn dabei weniger als 11,2 g pro 100 ml herauskommen, werden zusätzlich die roten Blutkörperchen gezählt. Im Regelfall wird der Hämoglobinwert ab dem sechsten Monat wieder bestimmt, wenn er bei der Erstuntersuchung normal war. Dazu kommen Untersuchungen wie Blutgruppe und Rhesusfaktor, der Antikörper-Suchtest und die Röteln-Antikörper. Ferritin, Vitamin D und TSH nennt die Richtlinie an keiner Stelle.

Für die Zeit vor der Schwangerschaft heißt das eigentlich nur, dass es den einen Termin, an dem von selbst alles Wichtige im Blut angeschaut wird, in diesen Richtlinien so einfach nicht gibt. Die Werte, die Dich interessieren, musst Du beim Namen nennen.

Quellen zu diesem Artikel
  • München Klinik: Das kleine und große Blutbild. Bestandteile des kleinen Blutbilds, Differenzierung der weißen Blutkörperchen im großen Blutbild, Hinweis, dass Cholesterin, Entzündungsmarker oder Hormone auch im großen Blutbild fehlen.muenchen-klinik.de, abgerufen im Oktober 2026
  • Gebührenordnung für Ärzte: Nummer 3550, Blutbild und Blutbildbestandteile, 3,50 € im einfachen Satz; Nummer 3551, Differenzierung der Leukozyten zusätzlich zur Nummer 3550, 1,17 € im einfachen Satz.GOÄ, Abschnitt M, Laboratoriumsuntersuchungen
  • Eigene Preisrecherche in veröffentlichten Selbstzahler- und IGeL-Preislisten deutscher Labore für »Nährstoffbereit vor der Schwangerschaft«: Ferritin rund 15 bis 20 €, TSH rund 10 bis 20 €, 25-OH-Vitamin D rund 21 bis 38 €, Kern-Panel aus diesen drei Werten inklusive Blutabnahme rund 50 bis 80 €.Stand August 2026
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie. Untersuchungen aus dem Blut: Lipidprofil und Nüchternplasmaglucose, bei den Jüngeren bei entsprechendem Risikoprofil.Richtlinie über die Gesundheitsuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten
  • Bundesministerium für Gesundheit: Gesundheits-Check-up, zwischen 18 und 34 Jahren einmalig, ab 35 Jahren alle drei Jahre.bundesgesundheitsministerium.de, abgerufen im Oktober 2026
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: Mutterschafts-Richtlinie. Hämoglobinbestimmung bei der ersten Untersuchung, Zählung der Erythrozyten bei weniger als 11,2 g pro 100 ml, erneute Hämoglobinbestimmung im Regelfall ab dem 6. Monat, serologische Untersuchungen.Fassung in Kraft seit 19.12.2023

Die Werte, die Du einzeln anfordern müsstest

»Nährstoffbereit vor der Schwangerschaft« geht auf 182 Seiten zwölf Nährstoffe in je einem Steckbrief durch, immer auch mit der Frage, ob sich eine Messung dafür überhaupt lohnt, und nennt für jeden Laborwert die Preisspanne aus meiner Recherche. Meine eigenen zehn Werte stehen offen darin, zusammen mit der Einordnung meines Labors. Es gelten 14 Tage Widerrufsrecht.

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Was ich vor der nächsten Blutabnahme fragen würde

Ich würde das Wort Blutbild in der Praxis gar nicht mehr als Bestellung benutzen. Wenn ich wieder Werte bestimmen lasse, würde ich jeden einzelnen beim Namen nennen und mir die Liste mit den Preisen geben lassen, bevor Blut abgenommen wird. Das klingt ein bisschen pedantisch, aber nur so weiß ich vorher, welche Zeilen hinterher auf dem Befund stehen.

Die zweite Frage ist dieselbe wie bei jedem anderen Laborwert: wer das Ergebnis liest, wenn es da ist, und was aus welchem Ergebnis folgen soll. Wie Du das vor der Blutabnahme klärst, habe ich in meinem Artikel dazu, wer die Nährstoffwerte eigentlich auswertet aufgeschrieben, und was Dir bleibt, wenn sich niemand findet, in meinem Plan B für genau diese Situation.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Blutbild?

Das kleine Blutbild umfasst rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen, Hämoglobin, Hämatokrit sowie MCV, MCH und MCHC. Beim großen Blutbild kommt das Differentialblutbild dazu, das die weißen Blutkörperchen nach ihren fünf Zelltypen aufteilt. Mehr ist der Unterschied eigentlich gar nicht.

Ist Ferritin im großen Blutbild enthalten?

Nein. Das Ferritin ist ein eigener Laborwert, der einzeln angefordert und einzeln berechnet wird. Im Blutbild steht der Hämoglobinwert, und das ist eine andere Messung. Dasselbe gilt für Vitamin D, TSH, Folsäure und Vitamin B12.

Was kostet ein großes Blutbild als Selbstzahlerin?

Nach der Gebührenordnung für Ärzte kostet das Blutbild 3,50 € und die Differenzierung der weißen Blutkörperchen 1,17 € im einfachen Satz, mit dem 1,15-fachen Satz zusammen gut 5 €. Die Blutabnahme kommt dazu. Liegt ein Angebot deutlich darüber, stecken meistens weitere Werte darin.

Gehört ein Blutbild zum Gesundheits-Check-up der Krankenkasse?

In der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie stehen als Blutuntersuchung das Lipidprofil und die Nüchternplasmaglukose, zwischen 18 und 34 Jahren nur bei entsprechendem Risikoprofil. Ein Blutbild ist dort nicht aufgeführt.

Wann Du zusätzlich professionelle Unterstützung suchen solltest

Wenn Du Beschwerden hast oder eine bekannte Erkrankung, gehört die Frage, welche Blutwerte sinnvoll sind, zuerst in die Praxis. Mit einem medizinischen Anlass kann die Kasse zahlen, und welche Werte dann dazugehören, entscheidet Deine Ärztin oder Dein Arzt. Dasselbe gilt für einen auffälligen Wert im Blutbild: Was er bedeutet, lässt sich aus der Zahl allein kaum ablesen, und die Einordnung gehört in ärztliche Hand.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel stellt keine medizinische Diagnose oder Behandlung dar, ersetzt keine ärztliche Beratung und enthält keine Dosierungsempfehlung für Deine persönliche Situation. Sprich über Laborwerte, Präparate und Mengen mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.